Graffiti

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Aus: Alsheimer, Martin/ Müller, Ulrich/ Papenkort, Ulrich (1996): Spielend Kurse planen. Die Methoden-Kartothek (nicht nur) für die Erwachsenenbildung. Lexika: München [mehr]

Oder: Satzergänzung, Onkel-Otto-Zettel, Impulsplakate


Die TN vollenden angefangene Sätze nach dem Muster: "In unserem Kurs gefällt mir, dass ...".


1. Einsatzmöglichkeiten

in der Anfangsphase eines Seminars, um Interessen und Motivationen zu erkennen (z.B. "Mich reizt an diesem Seminar ..."),

zum Einstieg in ein Thema (z.B. "An meinem Arbeitsplatz stört mich, dass ...") und damit als Ausgangspunkt für eine ->A Diskussion oder ein ->A Rundgespräch,

zur Zwischenevaluation (z.B. "Mir hat bisher gefallen, dass ...", "Bis zum Ende des Seminars erhoffe ich mir, dass ...").


2. So wird's gemacht:

Variante 1: Einzelarbeit mit Bewegung - Schreiben Sie jeden Satzanfang einzeln auf ein Plakat. -Hängen Sie die Plakate mit genügend Abstand im Veranstaltungsraum aus. -Laden Sie die TN ein, umherzugehen und zu jedem angefangenen Satz ihre persönliche Fortsetzung zu schreiben.

Variante 2: Gruppenarbeit -Bereiten Sie Plakate vor, bei denen der Satzanfang jeweils am oberen Blattrand des Plakates steht. Die TN bilden soviele Kleingruppen (3-7 Personen), wie Plakate mit unterschiedlichen, angefangenen Sätzen vorhanden sind. -Fordern Sie die Gruppe auf, zum jeweiligen Satzanfang eine gemeinsame Fortsetzung zu überlegen und die Satzergänzung an den unteren Rand des Plakates zu schreiben. Die entsprechende Zeile wird anschließend nach hinten geknickt und damit versteckt. -Auf ein Zeichen hin gibt jede Gruppe ihr Plakat nach rechts weiter. Von links kommt ein neues Plakat mit einem neuen angefangenen Satz. -Jede Gruppe überlegt nun wieder eine Ergänzung und sorgt durch Umknicken dafür, dass ihre Satzergänzung der nachfolgenden Gruppe noch verborgen bleibt - bis alle Plakate einmal durchgelaufen sind.

Variante 3: Einzelarbeit mit Arbeitsblatt -Jeder TN erhält für sich ein Arbeitsblatt und ergänzt die darauf geschriebenen Satzanfänge. -Tip für die Weiterarbeit: a) gegenseitige Mitteilung der Einfälle zu den einzelnen Sätzen; b) Gespräch: "Was ist für mich neu? Worin fühle ich mich bestätigt? Welche Aufgabe ergibt sich daraus für unsere künftige Zusammenarbeit?" (->S Partnerarbeit, ->A Gruppenarbeit 1: Allgemeines).


3. Didaktisch-methodische Hinweise

Graffiti gibt den TN Impulse, eigene Ideen und Einfälle wahrzunehmen und zu äußern. Die Satzanfänge helfen dabei, etwas auf den Punkt zu bringen. Wenn die TN anschließend die unterschiedlichen Satzergänzungen betrachten und diskutieren ("Was spricht mich besonders an? Was fällt mir auf"), nehmen sie neue und evtl. ungewohnte Ideen und Einfälle zur Kenntnis. An diese gesammelten Ideen kann in Arbeitsgruppen oder in einem Plenumsgespräch angeknüpft werden (z.B. "Welche Aufgabe ergibt sich daraus für unsere künftige Zusammenarbeit?"). Wichtig dabei ist, dass Sie die gesammelten Einfälle nicht nur systematisieren, sondern weiterführen.


Vorteile / Chancen -ermöglicht Aktivität und fördert Kommunikation (je nach Variation), -fördert das Wahrnehmen und Äußern eigener Ideen und Einfälle, -lässt vielfältige Variationen und Möglichkeiten zur Weiterarbeit zu, -lockert Plenumsarbeit auf, -geringer organisatorischer Aufwand.

Nachteile / Probleme -bei Einsatz zu Beginn: Wenn die Satzanfänge Erwartungen von Teilnehmern abfragen, bleiben die Plakate meist leer. Die Schwelle, sich zu exponieren, ist in der Anfangsphase noch hoch.


Literatur

Knoll 1991/3; Rabenstein 1980; Rabenstein/Reichel/Thannhoffer 1985


Dr. Balkes rät: „Für Variante 1 sollte genügend freie Fläche vorhanden sein, damit die TN die Plakate aufhängen und sich im Raum frei bewegen können. Für Variante 2 empfehle ich bewegliche Bestuhlung, um zwanglos Kleingruppen bilden zu können."


Lernziel: Herz, Kopf

Konkretisierung/Aktivierung: 3-1

Teilnehmerzahl: bis 25

Sozialform: Einzelarbeit, Gruppenarbeit

Lernphase: Einsteigen, Erarbeiten, Integrieren, Auswerten

Material / Medien: Arbeitsblatt, Plakate, Filzstifte

Verwandte: Blitzlicht, Erwartungsinventar, Vier-Ecken

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