Fragebogen

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Aus: Alsheimer, Martin/ Müller, Ulrich/ Papenkort, Ulrich (1996): Spielend Kurse planen. Die Methoden-Kartothek (nicht nur) für die Erwachsenenbildung. Lexika: München [mehr]

Die TN beantworten schriftlich Fragen zum Thema oder Seminar.


1. Einsatzmöglichkeiten

um Einstellungen, Erfahrungen, Vorwissen zum Thema zu aktivieren,

zur ->L Auswertung nach einer Lernsequenz oder nach einem Kurs,

zur Evaluation auf der Prozessebene oder auf der Inhaltsebene.


2. So wird's gemacht:

Variante 1 Ein Beispiel für einen ganz einfachen Fragebogen, den die TN in ca. 10. Min. ausfüllen können, finden Sie nachstehend. Sie können den Fragebogen unproblematisch mit 1-2 eigenen Fragen ergänzen.


Fragebogen für die kurze Seminarauswertung:

1. Wie sind Sie im Großen und Ganzen mit dem Verlauf des Seminars zufrieden?

  gar nicht zufrieden ______________________________________________  sehr zufrieden
                       - 3     -2     -1      0     + 1     +2     +3

2. Was waren die 3 wichtigsten Dinge, die Sie heute gelernt haben?

3. Was haben Sie im Seminar vermisst?

4. Was hat Ihnen im Seminar besonders gut gefallen?

5. Noch was?


Variante 2 Sehen Sie sich in der Literatur einige Beispiele für Fragebögen an, vielleicht finden Sie einen Vorschlag, der für Ihr Seminar passt (s. Literatur).

Variante 3 Entwickeln Sie Ihren eigenen Fragebogen! Jagenlauf (1989, S. 55f.) gibt folgende Hinweise zur Gestaltung von Fragen: -"Die Fragen sollten sich möglichst auf Sachverhalte und Tatbestände beziehen, die von jedem Teilnehmer eindeutig und allgemein wahrnehmbar sind. -Die Fragen sollten sich auf die Einschätzung eigener Gefühle und Eindrücke beziehen, nicht auf die Gefühle und Eindrücke, die die Teilnehmer bei den anderen vermuten. -Die Fragen sollten weitgehend auf wertende Aussagen verzichten. -Die Fragen sollten sich nicht auf sehr weit zurückliegende (und damit schwierig zu erinnernde) Ereignisse beziehen. -Die Fragen sollten insgesamt möglichst eindeutig, knapp und allgemein verständlich formuliert sein. In einem kleinen Vortest ist dies jeweils zu prüfen."

Mögliche Frageformen (->A Fragen): -Alternativ-Fragen (Ja/Nein-Antworten), -Auswahl-Fragen (Alternativ-, Mehrfachantworten), -offene Fragen, d.h. Formulierung der Antworten steht im Ermessen des Befragten, wobei u.U. Hinweise gegeben werden können auf bestimmte Gesichtspunkte der Antwort (z.B. "Was hat Ihnen gefallen, z.B. bei der Methodenwahl, in der Gruppe, am Kursleiter?"). Lückentexte und Satzanfänge, die ergänzt werden sollen (z.B. "In dieser Kurseinheit konnte ich nicht konzentriert mitarbeiten, weil ...") (->A Graffiti), -Zuordnungen (eine Menge von Antworten wird einer Menge von Fragen zugeordnet), -Einschätzskalen (sog. Ratings), mit Einstufungs- oder Abstufungsmöglichkeiten von 1-5, oder von minus 3 über 0 zu plus 3 zu polaren Begriffen oder zu bestimmten Aussagen (sog. Statements) (z.B. "unverständlich ... verständlich"), -Themenstellungen zur freien schriftlichen Bearbeitung (z.B. "Wie ich das Thema ... nun nach dem Seminar sehe").


3. Didaktisch-methodische Hinweise

Der Fragebogen zielt im Unterschied zum A Test weniger auf die präzise Ermittlung des Lernfortschritts. In der Regel fragt er eher subjektive Einschätzungen zum Lernfortschritt, zur Übertragbarkeit in den Alltag usw. ab. "Glauben Sie, dass Sie das im Seminar erworbene Wissen in ihrem beruflichen Alltag anwenden können?" V.a. aber sollen durch den Fragebogen Informationen gewonnen werden über die Passung zwischen dem Lehrangebot einerseits und den Lernbedürfnissen andererseits.

Der ->A Test ermittelt also eher Informationen über die Lernseite, der Fragebogen über die Lehrseite des Lehr-/Lernprozesses. Beide Seiten bilden das Ganze!


Vorteile / Chancen -Anonymität, -präzise Antworten in schriftlicher Form, -Vergleichbarkeit, -keine Verfälschung durch Gruppenmeinungen wie bei offenen Auswertungsverfahren, z.B ->A Blitzlicht, -kann mehrmals eingesetzt werden.

Nachteile / Probleme -Einzelarbeit: Sicht der anderen bleibt den TN verborgen, -Suggestivfragen, -evtl. geben TN Antworten im Sinne der „sozialen Erwünschtheit“ (gegenüber KL), -KL interpretiert Antworten (zu den offenen Fragen) evtl. sehr subjektiv.


Literatur

Weitere Beispiele für Fragebögen s. z.B. Jagenlauf 1990; Müller 1982; Rabenstein 1980

Jost Reischmann (1994) hat einen Fragebogen vorgestellt, der zusammen mit einem Programm zur statistischen Auswertung vertrieben wird. Bezug: Lehrstuhl für Andragogik, Universität Bamberg, Markusplatz 3, 96047 Bamberg.


Vorlage für TN

Beispiel: Abschlussfragebogen für Teilnehmer einer Tagung

1. Entsprach die Thematik der Tagung Ihren Erwartungen?

  _ ja   _ weitgehend   _ teilweise   _ kaum   _ nein 


2. Hätten Sie sich andere thematische Schwerpunkte gewünscht?

  _ nein   _ ja   Wenn ja: welche?

3. Entsprach der Verlauf der Tagung Ihren Erwartungen?

  _ ja   _ nein 

4. Hätten Sie sich auf dieser Tagung andere Vorgehensweisen/Methoden gewünscht?

  Wenn ja: welche?  

5. Haben Sie Ihre ursprüngliche Meinung zu den auf dieser Tagung angesprochenen

  Punkten geändert?
  _ mehrfach   _ kaum   _ nein

6. Glauben Sie, dass Sie das auf dieser Tagung erlernte Wissen anwenden und

  einsetzen können?
  _ ja   _ nein

7. Würden Sie an einer Fortsetzungsveranstaltung teilnehmen?

  _ ja   _ nein

8. Was fanden Sie auf dieser Tagung gut, was hat Ihnen an dieser Tagung nicht

  gefallen?
  
  gut: 
  nicht gefallen: 

Herzlichen Dank für Ihre Mühe!


Lernziel: Herz, Kopf

Konkretisierung/Aktivierung: 3-1

Teilnehmerzahl: bis 40

Sozialform: Einzelarbeit

Lernphase: Erarbeiten, Auswerten

Zeit: 10-45 Min.

Material / Medien: Fragebogen, Stifte

Verwandte: Graffiti, Punktabfrage, Test

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