FORCE Studie

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Im Rahmen des gemeinschaftlichen europäischen Programms FORCE (Formation Continue en Europe) fanden bis jetzt zwei Erhebungen statt, der CVTS (Continuing Vocational Training Survey). Bezogen auf das Jahr 1999 führte die Europäische Kommission 2000/2001 die zweite Erhebung zu betrieblichen Weiterbildung in 25 europäischen Ländern durch (CVTS-II). In Deutschland wurden insgesamt 3'200 Unternehmen befragt (vgl. Grünewald/Moraal 2003, S. 4).

1999 haben insgesamt 75% der Unternehmen in Deutschland ihren Beschäftigten Angebote zur betrieblichen Weiterbildung gemacht. Deutschland lag somit an neunter Stelle (vgl. Grünewald/Moraal 2003, S. 7). Betrachtet man die direkten Kosten für die Weiterbildungsmaßnahmen je Teilnehmenden lag Deutschland auf dem siebten Platz (vgl. ebd., S. 11) Im CTVS-II sind auch qualitative Fragen zur „betrieblichen Weiterbildungspolitik“ gestellt worden (ebd., S. 13). Als Indikatoren für professionalisierte, betriebliche Weiterbildung wurden folgenden Aspekte aufgeführt: - das Vorhandensein von Plänen und Programmen - Die organisatorische Eigenständigkeit des Arbeitsbereichs Weiterbildung - Ein Bildungsbudget, das Mittel für die betriebliche Weiterbildung einschließt - Das Nutzen von Personal- und/oder Qualifikationsbedarfsanalysen - Systematische Überprüfung des Erfolges der Weiterbildungsmaßnahmen (vlg. ebd. S. 13).

Deutschland liegt mit der Erfüllung der drei erstgenannten Kriterien eher im Mittelfeld. 22% der Unternehmen verfügen über einen Weiterbildungsplan, ganze 17% der Unternehmen haben ein spezielles Budget für die betriebliche Weiterbildung und nur noch 4% der Unternehmen verfügen über ein internes Bildungszentrum bzw. eine organisatorische Einheit des Arbeitsbereichs Weiterbildung (vgl. Grünewald/Moraal 2003, S. 13).

Als einen wichtigen Indikator für die Qualität für Weiterbildung wird die Durchführung von Qualifikations- oder Bildungsbedarfsanalysen für die Mitarbeitenden sowie die systematische Erfassung des Erfolges von Weiterbildungsmaßnahmen genannt. Bei beiden Kriterien hat es zwischen 1993 (CTVS-I) und 1999 erstaunlicherweise einen Rückgang gegeben (vgl. Grünewald/Moraal 2003, S. 14). Bei den Qualifikationsanalysen konnte ein Rückgang auf 24% (9% weniger)festgestellt werden und bei den Bildungsbedarfsanalysen fiel die Zahl auf 42% (4% weniger). Mit diesem Ergebnis ist nicht gerechnet worden, wenn man die fortschreitenden Tendenzen im Bereich des Bildungscontrollings und dem betrieblichen Qualitätsmanagement berücksichtigt.

Als Fazit lässt sich folgendes festhalten: die Ergebnisse des internationalen Vergleichs lassen auf Defizite der deutschen betrieblichen Weiterbildung schließen. In Bezug auf die technologische Leistungsfähigkeit dürfte eine Steigerung der betrieblichen Weiterbildungsaktivität seitens der Unternehmen erforderlich sein (vgl. Grünewald/Moraal 2003, S. 16).

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